Dienstag, 6. November 2007

Erste Eindrücke

Dienstag, 6.11.2007
Erster Arbeitstag
Mein erster Arbeitstag fing mit einem Metro-Abenteuer an! Ich habe gut die steile Rolltreppe und die Menschenmassen gemeistert, aber ich bin mal wieder am richtigen Ausgang gescheitert und auf der falschen Straße rausgekommen. Also wieder runter und den nächsten Ausgang nehmen. Das war auch der falsche und irgendwann hatte ich mich dann so verfranzt, dass ich gar nicht mehr wusste wo ich war - weder über- noch unterirdisch - und leider hatte mein Stadtplan die Ecke von Moskau schon nicht mehr abgedruckt, so dass ich ziemlich hilflos da stand. Ich habe dann mehrere Menschen versucht auf Englisch anzusprechen - ohne Erfolg. Also hab ich mein Russisch ausgepackt und eine nette Babuschka hat mir dann auch den Weg zu Siemens gezeigt. Nach einer Stunde war ich endlich im Büro - der Weg dauert normalerweise ca. 20 Minuten. Beinahe hätten sie im Büro eine Vermisstenanzeige aufgegeben! Ich wurde sehr nett in meiner Abteilung empfangen. Ich habe 5 russische Kolleginnen, die alle in meinem Alter sind und einen deutschen Chef, der seit 3 Jahren mit seiner Familie in Moskau lebt.
Mein Arbeitsplatz war schon eingerichtet und alles super organisiert. Meine Aufgaben sind schon klar definiert und morgen kann ich direkt loslegen. Das wird super!
Habe heute um 18Uhr Feierabend gemacht und danach einen ruhigen Abend, musste die ganzen Erlebnisse ja erstmal niederschreiben.
Morgen gehe ich nach Feierabend mit meiner Kollegin Tanya Winterschuhe kaufen und am Donnerstag gehen wir abends mit der gesamten Abteilung essen.
Es wird also so schnell keine Langeweile aufkommen.
Montag, 5.11.2007
Arbeitsfrei, weil am Sonntag ein Feiertag war. Es gibt in Russland ein Gesetz, wenn ein Feiertag auf einen Samstag oder Sonntag fällt, ist der Montag noch arbeitsfrei. Ich glaube das wird mein Lieblingsgesetz ;) Am Montag habe ich tagsüber einen kleinen Spaziergang von meinem Hotel bis zum Roten Platz gemacht um die Gegend ein wenig zu erkunden. Dabei habe ich schön viele Fotos vom Kreml, Basiliuskathedrale und vom Roten Platz gemacht. Allerdings war der Himmel den ganzen Tag grau und ab und zu gabs ein paar Schneeflöckchen, aber nichts was liegen geblieben wäre. Am Abend habe ich mich dann mit Olga - kfm. Leiterin von SRE, die ich im August kennen gelernt habe - getroffen. Sie hat mich gemeinsam mit ihrer Mitbewohnerin Margo im Hotel abgeholt und wir sind zum Arbat gefahten. Der Arbat ist ein Fußgängerzone mit vielen Touri-Verkaufständen, einigen Geschäften und jeder Menge Kneipen und Restaurants. Wir sind dann schließlich ins Hard Rock Cafe gegangen und haben zu dritt einen lustigen Abend bei amerikanischem Essen verbracht. Es gab also immer noch nichts echt russisches auf meinem Speiseplan!
Sonntag, 4.11.2007
Am Sonntag habe ich mich um 11Uhr mit Anne - eine Azubine aus Dortmund, die bis Weihnachten hier ist - getroffen. Wir hatten uns tagszuvor verabredet um das Wahrzeichen Moskaus, den Kreml, zu besichtigen. Um dorthin zu kommen bin ich Metro gefahren - zum ersten Mal. Die Moskauer Metro ist schon ein Kapitel für sich. Allein die Rolltreppen sind so lang und steil und gehen so tief in die Erde, dass man wenn man oben steht das Ende gar nicht sieht. Schon ein bisschen angsteinflößend, weshalb ich auch die ganze Zeit die Reklametafeln an der Decke angestarrt habe, anstatt in den riesig tiefen Abgrund zu schauen, der sich vor einem auftut. Als ich die Fahrt mit der Rolltreppe in den Untergrund unbescholten überstanden hatte, kam dann aber schon die nächste Herausforderung: ich musste mich den strömenden Menschenmassen entgegen stellen, damit ich in Ruhe die kyrillischen Schilder entziffern konnte um in die richtige Richtung zu fahren. Man kann sich gar nicht vorstellen wie viele Menschen unterirdisch in Moskau unterwegs sind und was für eine Eigendynamik dieser Menschenstrom entwickelt. Es ist wirklich schwer, seine eigene Richtung einzuschlagen und nicht einfach weitergetrieben zu werden durch die Massen vor und hinter einem. Aber mit ein bisschen Ellbogeneinsatz kann man auch das schaffen. Ich war dann echt happy als ich an der richtigen Haltestelle am Kreml ausgestiegen war, musste dann aber feststellen, dass es ungefähr 20 Aus- und Übergänge in den Moskauer Metrostationen gibt und es gar nicht so einfach ist den richtigen Ausgang zu finden. Ich habe 3 Versuche gebraucht bis ich endlich da rausbekommen bin, wo ich hinwollte. Man muss nämlich wissen, dass man die Moskauer Straßen überirdisch nicht überqueren kann. Das wäre lebensgefährlich, denn 10-spurige Straßen mit einem wahnsinnig hohen Verkehrsaufkommen ohne klare Verkehrsregeln stellen für jeden Fußgänger ein unüberwindbares Hindernis dar. Naja, schließlich habe ich es dann doch noch fast pünktlich zum Treffpunkt vor dem Kreml geschafft. Und dann haben Anne und ich ca. 3 Stunden bei leichtem Schneefall die Kathedralen des Kreml bewundert. Die Rüstkammer haben wir uns für ein anderes Mal aufgehoben, das waren so schon Eindrücke genug. Danach sind wir noch ein bisschen am Roten Platz spazieren gegangen und haben uns im GUM die unbezahlbaren Schaufensterauslagen der Nobelboutiquen angeschaut. Den Tag haben wir dann klassisch bei McDonalds ausklingen lassen - und schon wieder kein russisches Essen.
Samstag, 3.11.2007
Am Samstag habe ich mich mit Nadya - Teamassistenz aus meiner neuen Abteilung - getroffen. Sie hat mich um 15Uhr vom Hotel abgeholt und mit mir zuerst einmal ein paar Dinge erledigt: Geld umtauschen, Russische Pre-Paid Card fürs Handy kaufen, 20er Karte für die Metro kaufen, Stadtplan besorgen usw. Nachdem ich dann mit den wichtigsten Dingen zum Überleben ausgestattet war, sind wir mit dem Auto ein bisschen durch Moskau gefahren und Sie hat versucht mir einen Überblick über die Stadt zu geben. Genau das Richtige für meinen ersten Tag in der großen, fremden Stadt! Es ist schon wirklich beeindruckend was für Dimensionen hier herrschen: 10-spurige Straßen, Nobelkarossen, Wolkenkratzer - das volle Programm. Aber wie sagte Nadya so schön: Moskau ist die Stadt der Superlative - Supergroß, Superreich, Superteuer… Zum Abschluss des Tages waren wir dann noch gemeinsam essen - allerdings in einem interkontinentalen Restaurant - die Speisekarte bot von Sushi über Pasta bis zu Schnitzel wirklich alles an. Und ich bin dann doch bei altbewährten Rucola-Salat mit Lachs geblieben - man muss sich ja nicht gleich am ersten Wochenende mit unbekannten Speisen den Magen verderben!
Freitag, 2.11.2007:
Um 20.30 Uhr bin ich nach einem ruhigen 3Std-Flug in Moskau gelandet und nachdem die grimmigen Grenzbeamten am Flughafen Domodedovo ihre Stempel in meinem Pass gesetzt haben und entschieden haben mich einreisen zu lassen, durfte ich meine 56kg Gepäck in Form von 2 Koffern,1 Reisetasche, 1 Rucksack und Laptoptasche zur Ankunftshalle schleppen. Dort hat mich dann zum Glück ein netter Taxifahrer mit Siemens-Schild empfangen und ich konnte mich mit meinen rudimentären Russischkenntnissen tatsächlich mit ihm verständigen; nur um sicher zu gehen, dass wir das gleiche Ziel haben: Hotel Alrosa. Um 22Uhr war ich dann im Hotel, wo man mich bereits erwartet hatte. Meine Bleibe hier besteht aus 2 Zimmern - einem Wohn- und einem Schlafzimmer - und dem Badezimmer. Also genügend Platz um meine Unmengen an Gepäck zu verteilen ;) Nach dem Koffer auspacken bin ich dann nur noch ins Bett gefallen.

2 Kommentare:

kp hat gesagt…

Hey Körnchen,

der Blog ist erstmal in den Favoriten drin. Werd sicher von Zeit zu Zeit mal reinschauen. Also immer schön fleissig schreiben.

Freut mich, dass Du Dich anscheinend schon so gut eingelebt hast.

Halt mich auf dem laufenden und vielleicht flieg ich ja bald mal wieder über Dich drüber :-)

Beste Grüsse,
Kai

Verena hat gesagt…

Huhuhuuuuuu...Update?
Oder biste schon erfroren??? :-)
Was macht die Wohnungssuche?

Liebe Grüße!

Verena