Dienstag, 8. April 2008

Reise- und Besuchszeit ist angebrochen

In den letzten beiden Wochen ist hier nicht so viel passiert, es war die Ruhe vor dem Sturm für mich. Ich hab das frühlingshafte Wetter in Moskau genossen, gearbeitet und Freunde getroffen. Nun ist die Reisesaison angebrochen - entweder ich bin selbst unterwegs oder ich habe Besuch.
Den Auftakt bildete das Europatreffen unserer Informandengruppe in Warschau am letzten Wochenende. 6 Mädels aus Europas Metropolen trafen zusammen um die Erlebnisse der ersten Hälfte des Infojahres auszutauschen und die Hauptstadt Polens zu erkunden.
Wir hatten ein nettes Wochenende - Fotos sind rechts zu finden.

Und hier noch ein kurzer Überblick über meinen Zeitplan in den nächsten Wochen:

11.04. - 15.04.08: Christian aus Dubai zu Besuch in Moskau
15.04. - 20.04.08: Kurztrip nach Dubai
21.04. - 22.04.08: Businesstrip nach Samara
30.04. - 04.05.08: Eva und Christina zu Besuch in Moskau
09.05. - 13.05.08: Meine Eltern zu Besuch in Moskau

Es könnte also sein, dass es in nächster zeit ein bisschen still wird in meinem blog...

Sonntag, 23. März 2008

Beschäftigt von früh bis spät...

...so könnte man mein Wochenende am besten beschreiben.
Los ging es am Freitag abend nach der Arbeit zusammen mit Alena mit einer Session im Fitness-Studio - Body Conditioning. Bis jetzt halte ich meinen Vorsatz also noch ;)
Danach waren Diliana und ich bei Paul eingeladen zu einer kleinen House-Party. Er hatte noch ein paar russische und amerikanische Freunde eingeladen und der internationale Mix war perfekt. Da ich allerdings für Samstag schon Ausflugspläne hatte und mich morgens um 7.30Uhr am Bahnhof mit Theresa, Mary Ann und Christian treffen sollte, habe ich mich dann um 2Uhr nach Hause verabschiedet als es für die anderen Party-Gäste weiterging in die Vodka-Bar. Trotzdem war der Abend ein gelungener Einstieg ins Wochenende. Am Samstag morgen klingelte auch schon pünktlich um 6.30 Uhr der Wecker (das ist früher als ich in der Woche für die Arbeit aufstehe) um rechtzeitig am verabredeten Treffpunkt zu sein. Wir hatten einen Trip nach Rostov Velikij geplant, allerdings mussten wir am Bahnhof erstmal Schlange stehen um Tickets für den Zug zu ergattern. Als wir endlich dran waren nach ca. 30min warten, wurde uns eröffnet, dass die Plätze ausverkauft sind. So etwas gibt es auch nur in Russland - keine Fahrkartenautomaten, sondern Schlangen vor den Ticketschaltern und ausverkaufte Züge. Naja, da wir nun schon so früh aufgestanden waren und das Wetter mit strahlend blauem Himmel und Sonnenschein lockte (wahrscheinlich hat meine Beschwerde geholfen ;)) wollten wir nicht so leicht aufgeben und wenigstens irgendwo anders hinfahren. Also hieß es spontan umplanen und dann wieder Schlange stehen um Tickets für das nächste anvisierte Ziel - Sergijew Possad - zu kaufen. Diesmal hatten wir Glück und saßen schließlich um 9Uhr im Zug in Richtung Sergijew Possad, auch bekannt unter dem Namen Sagorsk. Die Stadt wird als Wallfahrtort in ganz Russland verehrt und war bis in die späten 80er Jahre der Sitz des Patriarchen der orthodoxen Kirche. Aufgrund der russischen Baukunst aus 6 verschiedenen Jahrhunderten zählt das Klostergelände zum Unesco-Weltkulturerbe. Nach ca. 1h30min Zugfahrt erreicht man die Stadt von Moskau und ist in einer anderen Welt. Dort angekommen haben wir die Gegend zu Fuss erkundet und die totale Idylle bei schneeweißer Landschaft und Sonne genossen. Es war wie im Bilderbuch - kaum Autos und Menschen, nur ein zugefrorener Fluss, vereinzelt Eisfischer und Landschaftsmaler vor der wunderschönen Kulisse des Klosters - eine willkommene Abwechslung zur hektischen Stadt Moskau. Wir haben den Tag dann in der Klosteranlage vertrödelt und sind am späten Nachmittag wieder zurückgefahren. Der Samstag Abend verlief dann eher ruhig, da ich noch ein wenig Schlaf nachzuholen hatte von der Woche und der Nacht zuvor. Heute war ich zum Mittagessen mit Olga verabredet, sie hatte Besuch von 3 spanischen Freunden aus Barcelona und ich konnte bei der Gelegenheit meine Sprachkenntnisse mal wieder ein bisschen aufpolieren. Allerdings beschränkt sich mein Spanisch ja nur auf Grundkenntnisse und mit dem derzeitigen Russisch-Unterricht komme ich immer durcheinander mit den Vokabeln. Daher war es echt interessant, denn wir unterhielten uns zwischenzeitlich auf 4 verschiedenen Sprachen - Russisch, Englisch, Deutsch und Spanisch. Schließlich mussten wir feststellen, dass obwohl kein Native-Speaker dabei war, Englisch die Sprache ist, die uns alle vereint und in der wir am flüssigsten kommunizieren konnten. Mh, das macht schon nachdenklich - trotzdem oder gerade deswegen lerne ich fleissig russisch und spanisch will ich auch auf jeden Fall noch vertiefen. Nach dem internationalen Treffen mittags war ich am Abend mit Diliana und Sascha zum Kino zu "The Spiderwick Chronicles" verabredet. Nun bin ich wieder zu Hause und blicke nach dem voll beschäftigten Wochenende auf eine neue Arbeitswoche. Schaut euch rechts die Fotos von Sergijew-Possad an!
Neue Geschichten aus Moskau gibts nächste Woche

Donnerstag, 20. März 2008

...und es wird einfach kein Frühling...

Jetzt haben wir schon Mitte März und ich habe bereits 5 Monate Winter in Moskau überstanden, aber so langsam habe ich es satt! Die letzten Tage hat es hier wieder geschneit und wir haben immer noch Temperaturen um die -2°C. Die Straßen sind matschig, der Himmel ist grau und es macht einfach keinen Spaß nach draußen zu gehen. Ich finde es wird jetzt mal Zeit den dicken Wintermantel einzumotten und die Badesachen rauszuholen... Aber da kann ich wohl noch lange warten. Mein einziger Trost ist, dass es in Deutschland momentan auch nicht viel besser zu sein scheint.
Naja, was macht man also bei so einem Mistwetter? Ich habe mich am Montag erstmal im Fitness-Studio angemeldet. Nachdem ich beim Schlittschuh laufen letzte Woche festgestellt habe, dass mein Bänderriss wieder vollkommen ausgeheilt ist, habe ich ja jetzt keine Ausrede mehr ;) Das Gute ist, dass ich meine Kollegin Alena auch motivieren konnte und wir nun zu zweit eine 3-Monatsmitgliedschaft abgeschlossen haben. Mein Vorsatz ist, mindestens 2mal pro Woche in den Club zu gehen. Mal sehen, ob ich es schaffe...
Ansonsten läuft das Leben hier wie eh und je. Während in Deutschland ja nun alle das lange Osterwochenende genießen dürfen, ist hier ganz normales arbeiten angesagt. Das orthodoxe Osterfest ist erst im April, aber arbeitsfrei bekommen die Russen dafür nicht, da die atheistische Vergangenheit des Landes immer noch die Feiertagsregelungen prägt. Aber über Urlaubsmangel kann ich mich momentan nicht beschweren, ich bin ja gerade erst aus St. Petersburg zurück ;)
Und für Samstag habe ich zusammen mit Theresa und Christian - 2 Austausch-Studenten aus Thübingen - einen Tagesausflug nach Rostov Velikij geplant (eine der ältesten Städte Russlands, die zu den so genannten "Goldenen Ring - Städten" gehört).
Der Reisebericht mit Fotos folgt! Drückt die Daumen für gutes Wetter...
Jetzt aber erstmal ein frohes Osterfest allerseits und bis bald

Sonntag, 16. März 2008

Eine Woche voller Sightseeing

Die Tage in St. Petersburg waren einfach traumhaft. Die Stadt mit ihren alten Bauten, Kirchen und Klöstern ist wunderschön, sie hat wirklich den Beinamen "Museum unter freiem Himmel" verdient. Die Lage am Wasser und die vielen Kanäle lassen die Stadt fast verwunschen wirken und man hat das Gefühl, das Leben geht dort viel langsamer zu als in Moskau. Blauer Himmel und Sonnenschein an beiden Tagen haben den Kurztrip dann perfekt gemacht.
Nachdem wir am Sonntag abend mit dem Nachtzug los sind und nach einer recht erholsamen und angenehmen Fahrt am Montag morgen um 8.00 Uhr in St. Petersburg angekommen sind, gings als erstes zum Hostel eine Dusche und ein Frühstück einnehmen. Danach haben wir zu Fuss die Stadt erkundet um uns erstmal einen Überblick zu verschaffen, dabei ungefähr 300 Fotos geknippst und schon war der Montag rum. Am Dienstag waren wir vormittags 4 Std. in der Eremitage. Das Museum ist riesig und allein das Gebäude - früher mal Zarenresidenz - ist schon sehenswert. Heute befindet sich darin die größte und bedeutendste Kunstsammlung Russlands mit Gemälden aus aller Welt - ein absolutes "must-see", wenn man nach St. Petersburg kommt. Den Rest des Tages haben wir an der frischen Luft verbracht und einige Kilometer zu Fuss durch die Stadt gemacht um die Ecken zu erkunden, die wir tags zuvor noch nicht gesehen hatten. Spät abends gings dann schon wieder zurück nach Moskau, wo wir am Mittwoch morgen um 7.30 Uhr etwas gebeutelt nach einer unruhigen Nacht im Zug angekommen sind.
Bevor wir die Sightseeing-Tour in Moskau fortsetzen konnten, haben wir nochmal 2 Std. geschlafen und in Ruhe gefrühstückt. Aber danach gings unermüdlich weiter. Denn Donnerstag und Freitag musste ich ja arbeiten. Also wollte ich Christian vorher wenigstens noch die Hauptsehenswürdigkeiten zeigen. Das Programm war schnell klar: Basiliuskathedrale, Roter Platz, GUM, Rüstkammer des Kremls und Schokoladenfabrik. Auch ich finds immer wieder schön, diese Orte verlieren nie ihre Faszination, auch wenn ich schon öfter da war. Für Donnerstag und Freitag hat Christian dann Stadtplan, Reiseführer und Metrokarte zusammen mit ein paar guten Tipps in die Hand gedrückt bekommen und ich bin arbeiten gegangen. Donnerstag abend waren wir zusammen in der City Space Bar, auch ein Muss für jeden Moskau-Besucher, der Ausblick lohnt sich.
Freitag abend haben wir eine "Untergrundtour" gemacht und die schönsten Metrostationen angesehen, danach gabs noch nen Absacker in der Vodkabar.
Samstag standen dann auch für mich neue, bislang unentdeckte Sehenswürdigkeiten auf dem Plan. Zuerst gings zum Neujungfrauenkloster - Unesco Weltkulturerbe - und danach in den Süden Moskaus zur Universität - ein Gebäude der Stalinzeit. Die Uni liegt auf den Sperlingsbergen, von denen man einen super Panorama-Blick auf Moskau hat. Ein Sessellift hat uns dann runter ans Moskwa-Ufer gebracht, wo wir dann die Sightseeingtour mit einem Spaziergang beendet haben. Für den samstag abend hatte eine Kollegin uns Freikarten für ein klassisches Konzert im Tschaikowski-Konservatorium geschenkt, ein schöner Abschluss der Woche. Am Sonntag mittag ist Christian dann zurückgeflogen nach Deutschland, die Woche war um und ich war ein ganz klein wenig froh einfach nur die Füße hochlegen zu können ;-)
Fotos von dieser Woche voller Sightseeing findet Ihr rechts...