Mein erstes Wochenende in Moskau im neuen Jahr neigt sich nun so langsam dem Ende zu. Es hat Freitag mit nem ruhigen Abend angefangen, am Samstag hat es sich dann zu sehr vielen Unternehmungen hoch gesteigert und am Sonntag mit nem gemütlichen Essen bei Live-Musik in nem kleinen Hinterhof-Club aufgehört. Das wäre die Kurzform. Für diejenigen, die es ein bisschen ausführlicher wissen wollen hier nochmal die längere Version: Da die Woche im Büro schon ziemlich arbeitsreich angefangen hat, habe ich am Freitag abend nicht mehr viel gemacht. Ausserdem musste ich erst noch die Schocknachricht der Woche verdauen: Ich werde im Februar meiner Reisefreiheit beraubt! Unglaublich, aber wahr. Anscheinend werden von den russischen Behörden zu Anfang eines jeden Kalenderjahres die Pässe der ausländischen Arbeitnehmer eingesammelt um die Arbeitserlaubnisse zu überprüfen und zu verlängen. Dies geschieht dieses Jahr im Februar und dauert sagenhafte 2 Wochen! Das bedeutet, dass man während dieser Zeit nicht reisen kann, da man ja keine Ausweisdokumente hat. Leider hatte ich aber bereits im November - ohne groß über solche Auswüchse der Bürokratie nachzudenken - für Ende Februar einen Flug nach Wien gebucht. Der Flieger wird aber nach meinen neuesten Erkenntnissen wohl ohne mich fliegen, denn so wie es scheint ist diese Passabgabe zwangsläufig und unausweichlich in dem Zeitraum. Ich könnte immer noch laut losfluchen, wenn ich nur darüber nachdenke. Aber gut, lieber schnell Themawechsel bevor ich wieder anfange mich aufzuregen. Also, was habe ich am Samstag gemacht? Ja, erstmal ein bisschen Kultur. Ich war mit meiner Kollegin Yulia in der neuen Tretjakow-Galerie und wir haben uns eine Ausstellung des russischen Künstlers Iwan Schischkin angesehen. Er hat überwiegend Landschaften gemalt, so hab ich jetzt also ein gutes Bild über die russische Taiga, aber auch Lettland und Estland bekommen und sogar in Düsseldorf ist der gute man unterwegs gewesen und hat das Rheintal gemalt. Sehr interessant und wieder was gelernt!
Abends war dann noch Moskau-Clubbing mit Diliana angesagt. Diliana habe ich letztes Jahr noch über Jürgen in Oxford kennengelernt und wie der Zufall es wollte, arbeitet sie nun bei der Citibank in Moskau. Also habe ich mich gleich mit ihr verabredet um das Moskauer Nachtleben unsicher zu machen. Diliana hatte den Club Rai vorgeschlagen - einer der angesagtesten Läden in Moskau derzeit. Es ist wohl gar nicht so einfach da reinzukommen für einen Normalsterblichen, aber wir hatten zum Glück den Ausländerbonus ; ). Die In-Clubs hier schmücken sich nämlich ganz gerne damit "internationales Publikum" zu haben, und in die Kategorie passten wir ganz gut rein. Also haben wir uns mal absichtlich schön laut auf Englisch unterhalten und sind schnurstracks an den 6 (!) Türstehern am Eingang vorbeigelaufen. Das Innere des Clubs kann ich nicht anders beschreiben als schrill und nicht von dieser Welt. Echt krass! Die Deko des Clubs war so was von oberkitschig mit Schlangen an der Wand und bunten komischen Fabelwesen und Statuen, die in Gold und anderen Farbtönen glitzerten. Die Show war gigantisch. Es gab nicht nur GoGo-Girls sondern zwischen drin auch ne kleine

Ballettinszenierung mit Ausschnitten aus Schwanensee (das passte für mich überhaupt nicht dahin) eine Trapezkünstlerin und außerdem ungefähr jede Stunde ein Feuerwerk an der Bar. Das Publikum war reich und schön. Reich waren wahrscheinlich die anwesenden Männer, denn die Getränkepreise fingen bei ungefähr 15EUR für einen Vodka-Cola an, und schön in erster Linie die Damen. Die Musik war gut und wir haben viel getanzt (ja, es geht wieder mit meinem Fuss). Fazit des Abends: Alles ein bisschen übertrieben in dem Laden, aber insgesamt war´s interessant mal gesehen zu haben. Der Link zeigt ein paar Bilder und gibt eine sehr plastische Beschreibung des Clubs:
http://moscowdoesntbelieveintears.blogspot.com/2007/03/rise-of-rai.htmlDer Sonntag verlief dann eher ruhig mit einem kleinen Nachmittagsspaziergang und abends einem leckeren Essen bei Live-Musik in einem individuellen netten Hinterhof-Club. Und morgen fängt eine neue Woche an. Deshalb geh ich jetzt mal schlafen...
Gute Nacht und bis bald
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